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Donnerstag, 27. Januar 2011

Prof. Gerhard Roth in der Uni Köln



"Das Gehirn und seine Freiheit
27.01.2011 19:30 bis 21:00

Konsequenzen der Hirnforschung für unser Selbstbild Vortrag von Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Institut für Hirnforschung, Universität Bremen

Niemand ist frei. Nicht wenigen sträuben sich bei dieser Annahme die Nackenhaare. Schließlich entscheiden wir jeden Morgen eigenständig, ob wir aufstehen wollen oder nicht, was wir frühstücken und wen wir treffen – so glauben wir zumindest. Doch Hirnforscher kratzen seit Jahren an dieser Selbstgewissheit: Der freie Wille sei nicht mehr als eine Illusion.
    Eine der deutlichsten kritischen Stimmen dieser Diskussion ist Gerhard Roth. Der promovierte Philosoph und Doktor der Biologie zieht in seinem Vortrag im Rahmen der Reihe „Weltwissen: Das Gehirn“ Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaft. Mit seinen Thesen verabschiedet Roth die bisherige Annahme eines freien Willens. Stattdessen beleuchtet er, inwiefern menschliches Denken, Fühlen und Handeln durch Gene, Entwicklung und Umwelt festgelegt sind.
    Auch die weitreichenden Folgen für unser Rechtssystem werden diskutieren: Da unsere Vorstellungen von Schuld und Verantwortung bisher einen freien Willen voraussetzen, plädiert der Vortrag für eine Veränderung dieser Begriffe und einen anderen Umgang mit Straftätern. Das anschließende Publikumsgespräch bietet die seltene Möglichkeit, Fragen zu stellen und vis-a-vis mit Herrn Roth zu diskutieren"

Donnerstag, 17. Juli 2008

Gehirnforschung

„Die Formbarkeit und Entwicklung des Gehirns bis ins hohe Alter ist das große Thema der Hirnforschung geworden. Forschungen mit neuen Untersuchungsmethoden zeigen die lebenslange Dynamik des Gehirns. Vorgestellt wurden sie auf dem „Forum for European Neuroscience“ in Genf.

Gehirnforschung
Und ewig lockt der Geist die Jugend
Von Joachim Müller-Jung

16. Juli 2008

Vom Randphänomen zur Zugnummer: Die Plastizität des Gehirns, und zwar keineswegs nur die gut belegte kindliche Plastizität, sondern die lebenslange Wachstums- und Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns, dürfte es endgültig aus dem Schattenreich der phantastischen Ideen geschafft haben. Das ist auf dem zurzeit in Genf stattfindenden sechsten "Forum of European Neuroscience" auch für den hartnäckigsten Kritiker nicht mehr zu übersehen.

Hätte man die Neurowissenschaftler vor wenigen Jahren gefragt, was sie von der These halten, dass unser Zentralorgan auch im fortgeschrittenen, ja womöglich sogar im hohen Alter noch zu Wachstum und Entwicklung imstande ist, man hätte im besten Fall ein mitleidiges Kopfschütteln geerntet. Das Bild vom sukzessiven Verlust an Hirnzellen nach der Geburt hat sich über die Jahrzehnte verfestigt. Heute ist das alles anders.

Lebenslang in Bewegung

Das Gehirn hat seinen eingeschränkten Status verloren und strahlt plötzlich eine ungeheure lebenslange Dynamik aus. Ein Ergebnis, das ganz wesentlich von dem inzwischen am Zentrum für Regenerative Therapien in Dresden tätigen Stammzellforscher Gerd Kempermann befördert worden ist. Er hatte bei Tierexperimenten in den neunziger Jahren in Berlin überzeugende Indizien gesammelt, dass sich die wenigen Stammzellen im Hippocampus, einer der zentralen Lern- und Gedächtnisschaltstellen, durch körperliches und kognitives Training auch später noch zur Vermehrung und zur Umwandlung in neue Nervenzellen anregen lassen. In Genf sprach Kempermann jetzt davon, dass dieses Reservoir weniger zur gelegentlichen Zellreparatur als ganz offensichtlich "für die Aufrechterhaltung eines gesunden Hirns" benötigt wird, zur Erhaltung, aber möglicherweise auch entscheidend zur Erweiterung des kognitiven Vermögens bei Erwachsenen und sogar im hohen Alter.“

Text: F.A.Z. 16. Juli 2008 – Nr. 164, Seite N1

(Weiter unter
http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~EE6E7F36DEA4C431D9A6FBE8E18EB83FA~ATpl~Ecommon~SMed.html)

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